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Wien: Tapas Bars brummen

Gastronomie
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  Wien|13.03.2025|Tapas Bars|Wiener sind doch keine Hinterwäldler - Tapas sind in den Metropolen Europas seit Jahren bekannt.  Mit überschaubaren Erfolgen, bis hin zu krachenden Pleiten. Doch nun scheinen es in Wien ein paar Newcomer besser zu machen. An den Preisen kann es nicht liegen (siehe Kommentar unten). Die sind eher hoch. Qualität, echte Gastfreundschaft und angenehme Atmosphäre?  Irgend etwa passt hier wohl besser als anderswo. Mehr...

 

von artichox-Chefredakteur Christian Meyer
13.03.2025|Hamburg/Wien/Zürich|Noch vor ein paar Jahren reichte man in unseren Breiten spanische Tapas-Konzepte als Geheimtipp herum. Wie einige Quellen übereinstimmend belegen, 
begann die Erfolgsgeschichte der kleinen Leckerbissen einst in Bodegas und Bars im Süden Spaniens. Nun folgt die Ernüchterung.  Was ist vom Hype geblieben? Wir von artichox verschliessen uns neuen Ideen nicht  - im Gegenteil: Diese Website will seit 2006 auf Marktchancen aufmerksam machen und Gründerinnen und Gründern wertvolle Hinweise liefern.
Tapas ("Deckelchen"), die traditionellen Häppchen in Lokalen in Spaniens Süden, waren einst so beliebt und preisgünstig, dass sie bald in zahlreichen Bars, Bodegas und Chirinquitas (Strandbuden) auf der ganzen iberischen Halbinsel gefragt waren.  Offenbar wurden die kleinen Leckerbissen einst, oftmals als Restenverwertung gedacht, sogar gratis abgegeben, um den Weinkonsum anzukurbeln. Inzwischen werden Spaniens Tapas von Cadiz bis El Ferrol gereicht; es existieren sogar baskische Varianten.
Die katalanische Ausführung der italienischen Bruschetta, das  "pa amb tomaqet" (Tomatenbrot) oder das "pa amb oli" (Brot mit Olivenöl) auf Mallorca punkten mit günstigen Zutaten und einem Geschmack, der uns in Gedanken augenblicklich in südliche Gefilde versetzt. Die Komponenten dazu sind wohl in jedem spanischen Haushalt vorrätig: Vorzugsweise dunkles, mitunter auch weisses, altes Brot in Scheiben, trocken geröstet, mit einer geschälten Knoblauchzehe und einer saftigen halben Tomate abgerieben, etwas Meersalz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer serviert. Mit anderen Worten: kleiner Aufwand, grosse Wirkung.  "Pa amb tomaqet" wird auch heute noch ab und zu in ländlichen Gebieten und eher einfachen Betrieben Iberiens kostenlos abgegeben.
Zu den bekanntesten Tapas in Bars heute jedoch gehören Gerichte wie Pimientos de padrón (ursprünglich auf Holzkohle geröstete Paprika), Datteln im Speckmantel, Aioli (spanische Knoblauchcreme), Tortilla, Garnelen in Knoblauchöl und Albóndigas (Hackfleischbällchen in Tomatensauce).
Das sind nur einige Beispiele unter vielen: preisgünstige oder, wie eingangs erwähnt, gar kostenlos zum Wein abgegebene Köstlichkeiten, womit die Erfolgsgeschichte der Tapas ihren Anfang nahm. Nun, das war einmal. Auf die Dauer gratis arbeiten kann niemand, schon gar nicht bei uns an städtischen Lagen mit hohen Mieten und steigenden Löhnen. Ausserdem sind hierzulande Tapas mit Hackfleisch, mit Gambas oder mit Chorizo schon wegen der Zutaten kostspieliger als im Ursprungsland. Vom Arbeitsaufwand wollen wir gar nicht erst sprechen. Jedoch wissen wir aus Erfahrung, dass der "Gruss aus der Küche" als Extra in der Menufolge überaus beliebt ist. Das hat sich im Laufe der Zeit nicht geändert. Was sich jedoch geändert hat: Tapas-Bars in Städten Spaniens sind zu ausgewachsenen Konzepten mit entsprechenden Preisen herangereift, wobei das Niveau wohl immer noch deutlich unter dem hierzulande üblichen angesiedelt ist.
Fazit:  Im deutschsprachigen Raum werden auf Tapas ausgerichtete Betriebe kaum die ursprüngliche Idee der spanischen Bodegas umsetzen können. Drei, vier Tapas übersteigen oft schon den Preis eines ganz ordentlichen Menus, das vielleicht im Restaurant nebenan angeboten wird. Ausserdem ist da noch die Billig-Konkurrenz mit Fast Food und Take Away auf dem Vormarsch. Mit anderen Worten: Rein auf Tapas ausgerichtete Betriebe müssen sich mit speziellen Plates profilieren. Wie übrigens jedes Restaurant. Damit ist auch gesagt: Für Tapas-Bars gilt dasselbe wie für alle Unternehmen - es ist dafür gesorgt, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen. Mehr...

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