Bild: Lily's Zürich-Badenerstrasse - Asia-Restaurant mit hohem Deliivery-Anteil
von artichox-Chefredakteur Christian Meyer
Bei manchen Gastronomen macht sich angesichts der wieder steigenden Covid-19-Fallzahlen und des Teil-Lockdowns Hoffungslosigkeit breit. Ausgerechnet in den für zahlreiche Betriebe umsatzstärksten Tagen im Jahr - die Festtage samt Jahreswechsel - droht vielerorts erneut der Lockdown und gähnende Leere in den Lokalen. Oder ist bereits Tatsache.
♦Ist Delivery/Essenslieferung/Take-away/Abholung eine valable Alternative? Kommt auf die Betriebsstruktur an. Ein Asia-Restaurant kann sich beispielsweise ohne grosse Anpassungen sofort umstellen. Fleisch und/oder Gemüse in pikanter Sauce, Reis dazu - da braucht es nur noch die passenden Behälter und den Lieferdienst (der in der Anfangsphase einer Lieferplattform anvertraut werden kann). Hat das Restaurant einen guten Ruf, genügt etwas Werbung auf der Website und auf Social Media, damit die Stammkundschaft per Telefon oder online bestellt. Mund-zu-Mund-Werbung besorgt den Rest.
Traditionsbetriebe indessen dürften sich ausgesprochen schwer tun mit der Umstellung. Oder es kann sogar aussichtslos sein. Nämlich dann, wenn der Betrieb Spezialitäten jenseits der Beliebtheits-Hitparade auf der Karte hat, oder die sich für Delivery nicht eignen. Wer will sich schon kalte, matschige Pommes liefern lassen? Oder wenn bereits mächtige Player den Markt beherrschen, etwa im Pizza- oder Burgersektor. Oder wer der Laufkundschaft an schwach frequentierter Lage Gourmet-Häppchen anbieten will.
Ist innert nützlicher Frist genügend Umsatz zu generieren? Die Frage der Wirtschaftlichkeit müssen Gastronomen genau abwägen. Oder ist es ratsam, gleich den gesamten Betrieb einzustellen, um sich staatliche Unterstützung zu sichern? Kontaktieren Sie Ihren Branchenverband, um aktuelle Informationen darüber zu erhalten.
Frühere Beiträge zum Thema...
Kassenhersteller Lightspeed/Umfrage: 90 Prozent der Befragten bleiben an Weihnachten daheim. Mehr...
Berlin: Catering-Service Berlin Cusine. Wer im Advent eine Weihnachtsfeier im Kollegenkreis feiern möchte, müsste das wohl spätestens dieser Tage organisieren. Normalerweise buchen viele Unternehmen einfach einen großen Tisch in einem Restaurant oder einen Cateringservice für die eigenen Räumlichkeiten. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Wegen der Pandemie streichen viele Firmen die Feier gleich komplett. Schließlich ist es unsicher, ob der Teil-Lockdown Ende November 2020 endet. Der Berliner Catering-Anbieter Max Jensen, Gründer und Geschäftsführer von Berlin Cuisine, möchte das Fest daher ins Internet verlegen, und trotzdem für kulinarische Genüsse sorgen. Seine erste Idee: eigene Weihnachtsmärkte für größere Unternehmen. Komplett mit Buden, Glühwein – und Hygienekonzept. Zum Beispiel auf dem firmeneigenen Innenhof oder Parkplatz. Angesichts der steigenden Infektionszahlen zweifelt Jensen jedoch, ob das umsetzbar sein wird. „Ich glaube nicht, dass es in diesem Jahr Weihnachtsfeiern in geschlossenen Räumen geben wird“, sagt er jetzt ernüchtert. Doch gerade nach langen Monaten im Home Office wünschten sich viele Mitarbeiter gemeinsame Momente. Deshalb habe er sich schon im Sommer Gedanken zum Thema gemacht, sagt der 34-Jährige. Mehr...

Bild: Grand Hotel Heiligendamm, Bad Doberan, Ostsee


123_20191223



