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NPD Group/Ausser-Haus-Verzehr: Die aktuellen Trends

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CREST/D-Verbraucherpanel. Gastronomiemarkt 2019: Über 80 Mia. Euro - Anteil der "Unterwegsversorgung" erst bei rund 14 Prozent! Das weckt geradezu wilde Phantasien, wenn man den USA-Markt betrachtet. Dort wird bereits mehr Mahlzeiten auswärts als daheim eingenommen! Mehr...

 

 

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Ausser-Haus-Verzehr - noch lange keine Marktsättigung in Sicht...

FSR (Full Service Restaurants) und QSR (Quick Service) - wie veränderten sich die Besucherzahlen 2017 in Deutschland? Die NPD Group wartet mit den Zahlen auf. Mehr...

EHI-Prognose für Deutschland 2018: Rund drei Milliarden Umsatzplus im Ausser-Haus-Verzehr rechnet das Kölner Handelsforschungsinstitut. Somit dürften sich die jährlichen Umsatzerlöse der Branche in ein paar Jahren der 100-Milliarden-Grenze nähern. Das würde rund 10 Milliarden Franken jährlich für die Schweiz bedeuten! Dabei hinkt Europas Enrtwicklung immer noch arg hintendrein - in den USA werden längst mehr Mahlzeiten auswärts als daheim eingenommen.
Delivery/Essenslieferung nach Hause boomt, Coffee to Go und Frühstücksangebote ebenfalls, einige Fast-Casual-Konzepte rollen die Front auf, und auch der Einzelhandel sowie Waren- und Möbelhäuser suchen ständig nach neuen Attraktionen, um Kunden in die Läden zu locken. Nur: Gaststätten mit traditionellem Angebot müssen dringend über die Bücher und versuchen, sich mit einzigartigen Angeboten zu profilieren. Mehr...

 

Gemäss NPD zeigen 2018 alle Indikatoren nach oben: Der Aufschwung der deutschen Gastronomie hält weiter an und die Besuchsentwicklungen verstärkten sich im Laufe von 2017 sogar im Vergleich zum Vorjahr, schreibt das Martkforschungsunternehmen. Während im Gesamtjahr 2016 das Besucherplus bei +0,7% lag, wird erwartet, dass 2017 mit +1,1% mehr Besuchen abschließt und sich der Trend auch in 2018 fortschreibt (+1,7%). So die (kostenpflichtige) Vorhersage der Crest Gastronomie-Studie 2018/2019. Mehr...

D/Ausser-Haus-Markt 2017. Eine NPD-Studie ortet zunehmende Besuchszahlen, Durchschnittsausgaben und Ausgabenplus im Gastgewerbe. Sowohl Bediengastronomie (Full Service/FSR) als auch QSR (Quick Service) legten zu. Mehr...

 Für Gastronomen werden Supermärkte besonders im Sommer zur ernsthaften Konkurrenz. Vor allem Getränke inklusive Wein und Bier aus dem Kühlregal und Snacks zum Mitnehmen vermiesen den Wirten teilweise das Geschäft. Und das Snack-Angebot (Pick-Nick-Angebot) der Einzelhändler wird immer ausgeklügelter und umfangreicher: Zum Beispiel verzehrfertiger griechischer Salat in der Plasticschale, Sauce und Besteck beiliegend. Ausserdem Insalata Caprese, Ceasar's Salad, Blattsalat mit Ei oder gebratenem Poulet, Sandwiches in zahlreichen Variationen, Müsli und Desserts - alles bestens geignet für die Bank im Park. Nicht zu vergessen die Fertiggerichte für den Mikrowellenofen im Büro.
„Die Supermärkte wollen ein Stück abhaben von den Außer-Haus-Umsätzen. Es gibt zunehmend eine Wettbewerbssituation zwischen der Gastronomie und dem Lebensmitteleinzelhandel“, sagt  Dehoga-Pressesprecher Christopher Lück. Auch längere Ladenöffnungszeiten, teilweise bis Mitternacht, verschärfen das Problem. Der Einzelhandel seinerseits kämpft mit seinen Pick-Nick-Angeboten gegen den schwindenden "Stomach Share". Die Umsätze bei unverarbeiteten Lebensmitteln wie rohes Fleisch und Zutaten wie Mehl, Butter, usw. sind seit Jahren rückläufig - ganz einfach, weil immer weniger zu Hause gekocht wird. Der Ausser-Haus-Verzehr indessen nimmt ständig zu (s.unten), nicht zuletzt wegen der wachsenden Verfügbarkeit von warmen und preisgünstigen Mahlzeiten.  Mehr...

 550 Milliarden Dollar! In den USA wird seit 2015 auswärts mehr konsumiert als zu Hause. Und zwar im Gegenwert von rund 1719 $ pro Kopf. Das ist einzigartig auf der Welt und gibt uns einen Vorgeschmack, was die Branche in Europa erwartet  - denn von solchen Zahlen sind wir noch weit entfernt (s. unten). Der Ausser-Haus-Verzehr wächst in den USA seit Jahren kontinuierlich. Gaben die rund 312 Millionen US-Amerikaner im Jahre 2011 rund 463 Milliarden Dollar für Frühstück, Zwischenmahlzeiten, Mittag- und Abendessen aus, wird für das laufende Jahr 2016 bereits ein Umsatz von 552 Milliarden US-Dollar veranschlagt - bei einer geschätzten Bevölkerungszahl  von 321 Millionen Amerikanern. Das wäre ein Umsatzzuwachs  von rund 15 Prozent gegenüber 2011. Im Durchschnitt werden Amerikaner im laufenden Jahr gemäss dieser Statistik pro Kopf 1719 $ für Mahlzeiten und Getränke ausser Haus ausgeben. Wobei: Wie die Ausser-Haus-Umsätze errechnet wurden, wird nicht im Detail ausgewiesen (s. auch unten).

Das sind die Zahlen in Deutschland zum Vergleich: Jährlicher Ausser-Haus-Verzehr 506 Euro pro Kopf. Gemäss statista.de wird 2016 der Ausser-Haus-Markt in Deutschland mit rund 81 Millionen Einwohnern auf 41 Milliarden Euro geschätzt. Andere Zahlen liefert das CREST-Panel: 71 Milliarden Euro sollen es gemäss den letzten verfügbaren Erhebungen allein im Jahr 2014 gewesen sein. Die Differenz lässt sich vielleicht durch die Aufrechnung des Care-, Education- und Business Catering (Heime/Spitäler, Schulen/Universitäten und Personalrestaurants) erklären. Ein weiteres grosse Fragezeichen liefert die Handelsgastronomie mit ihren Picknick-Angeboten (Salate in Plasticschalen, Sushi, Sandwiches, etc.). Doch hier sind kaum verlässliche Zahlen zu erwarten. Leicht zu verstehen, dass sich die Einzelhandelsketten nicht gerne in die Karten blicken lassen und mit der Lieferung von Statistiken zurückhaltend sind. Doch die Ausweitung der Sortimente in diesem Bereich lassen auf bisher zweistellige Wachstumsraten schliessen. Und dann wären da noch die Metzgereien und Bäckereien, die ihre Snack-Angebote ebenfalls stark ausgebaut haben. Rechnet man die CREST- Umsätze auf die Einwohner um, ergibt dies 506 Euro pro Einwohner und Jahr (2014). Die US-Amerikaner werden jedoch 2016 demnach gemäss den obigen Zahlen mehr als das Dreifache ausser Haus konsumieren - nämlich den Gegenwert von 1719 $! Mit anderen Worten:  Die europäischen Märkte haben ein enormes Aufholpotenzial - trotz der Vorbehalte bezüglich Zahlenmaterial. Das starke Wachstum im Segment Fast-Food/Ausser-Hausverzehr könnte also in Deutschland und im übrigen Europa noch geraume Zeit anhalten. Da wird auch die Zulieferbranche (Food Service) frohlocken.

 

 

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