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artichox: Sind Aggregatoren Partner oder Schmarotzer?

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Die Nachrichten-Sammler.  Buzzfeed tut es. Auch das Mediaforum. Streng genommen auch die meisten TV-Sender mit ihren Teletext-Angeboten. Und natürlich auch diese Website, artichox.com - 2006 nahezu zeitgleich mit Huffpost gestartet. Inzwischen gibt es viele Nachahmer, darunter auch Weltkonzerne.  Holte sich die artichox-Redaktion anfänglich noch die Erlaubnis bei News-Sites ein, um Artikel zu verlinken, erübrigte sich später diese Höfllichkeitsgeste. Stillschweigende Zustimmung ist die Norm.  Denn: Aggregatoren („Sammler“ von Nachrichteninhalten) bringen Traffic auf die Website der Verlinkten und erhöhen deren Reichweite. Ausserdem ist die zitierte Nachricht für die Stammleser in der Regel ohnehin bereits obsolet.

Eine neue Studie des amerikanischen Medienforschers C. W. Anderson wirft  einen Blick auf diese Praktiken von Aggregatoren, problematisiert die „Exklusivität“ von eigenständiger Recherche und wirbt für „Netzwerke journalistischer Expertise“. Seine Forschung  legt nahe, dass sich Aggregatoren und Journalisten ähnlicher sind als es auf den ersten Blick scheint.

Aggregatoren stehlen Inhalte, verkürzen Nachrichten und schlagen aus dem Verwursten von fremder Recherche auch noch Profit. Während Journalisten die Knochenarbeit machen, sammeln Aggregatoren die Lorbeeren ein. So lautet zumindest die landläufige Meinung unter Journalisten. Seitdem Aggregatoren wie die Huffington Post und Buzzfeed sich daran gemacht haben, die Vorherrschaft von traditionellen Nachrichten-Websites zu brechen, werden Journalisten nicht müde, die Kopiermentalität dieser „Hochstapler“ als opportunistisch und oberflächlich zu verurteilen.

Dieser Eindruck sei allerdings allzu simpel, folgert indessen C. W. Anderson, Assistenzprofessor im ‘Department of Media Culture’ des ‘College of Staten Island’ (City University of New York), in seiner Studie „What aggregators do: Towards a networked concept of journalistic expertise in the digital age“ (Journalism 18/8, 2013).

Anderson vertritt die Ansicht, dass sich journalistische Kompetenz nicht länger auf Expertenwissen in Redaktionen beschränken lässt. „Aus praktischer Sicht ist die Trennlinie zwischen dem Sammeln von Nachrichten (aggregation) und dem Recherchieren von Nachrichten (original reporting) nicht eindeutig, trotz aller rhetorischer Versuche der Vereinheitlichung von Kategorien und dem Ziehen von Grenzen“, schreibt Anderson. „Sowohl Aggregatoren als auch Journalisten sammeln Fakten, Zitate, Dokumente und Links, um daraus Geschichten zu machen.“ Aggregatoren und Journalisten seien keine Rivalen, sondern Partner, meint Anderson. Statt zu konkurrieren, sollten sich beide Gruppen als Teil eines „Netzwerks journalistischer Kompetenz“ verstehen. Mehr...